Dienstag, 3. Dezember 2019

Bauunternehmen 2020: Was Massiv- und Fertighaus-Hersteller im nächsten Jahr erwartet


Das Jahr 2019 läuft ab, und wie immer steht auch im Haus- und Wohnungsbau die Frage im Raum, was das Neue Jahr wohl bringen mag? 

Neben allgemeinen Zukunft-Trends, die produzierende Hausbau-Unternehmen direkt betreffen und wegen praktischer Steuerungsfähigkeit handelbar sind, gibt es nach Meinung verschiedener Branchen-Experten eine ganze Reihe zusätzlicher Einflussnahmen von außen, denen viele Hausbau-Unternehmen ausgesetzt sind, ohne diesen ad hoc viel entgegnen zu können.

Ertragsdruck der Zulieferer wächst und verändert Anforderungen an Produktion und Logistik

Zunächst ist unklar, wie die Zulieferindustrie mit dem mittlerweile wieder erwachten Ertragsdruck innerhalb ihrer Wertschöpfungskette umgehen wird? 

Deren Preisstrategie dürfte 2020 anders ausgestaltet werden als bisher. Vieles wird sie versuchen, um Produktionskosten auf ihre Abnehmer abzuwälzen. Fragt sich, was davon ohne Absatz- und Umsatzeinbußen an private und gewerbliche Bauherrinnen und Bauherren weitergegeben werden kann?

Digitalisierte Prozessketten nicht nur für Großbaustellen wichtiger

Mit der zunehmenden Digitalisierung verändern sich die gesamte Landschaft innerhalb der Bauwirtschaft. Zunächst sind da die Anforderungen der Produkthersteller an deren eigene Produktion und Logistik zu nennen. Was bedeuten diese konkret für das Segment der Haus- und Wohnungsbauer und deren Subunternehmer vor Ort auf der Baustelle? Welche Anpassungen werden erforderlich und welche kommen unweigerlich 2020 auf diese zu? 

Fragen, die Bauunternehmen nur indirekt berühren mögen, aber mittelfristig von ihnen eine Beantwortung erwarten.

Wachstumsgrenzen im Markt offensichtlich erreicht

Die Genehmigungszahlen offenbaren, dass ein weiteres Marktwachstum 2020 nicht wirklich zu erwarten ist. Das Ende der Fahnenstange scheint endgültig erreicht zu sein. Nicht zuletzt wegen der schon längst nicht mehr ausreichenden Kapazität. 

Das gilt sowohl für Bauunternehmen selbst, als auch für deren Nachunternehmer aus dem Handwerk und andere, externe Ressourcen, deren Verfügbarkeit ebenfalls längst ausgereizt ist.

Verfügbarkeit und steigende Preise bei Bauland begrenzen weitere Expansion

Viele Begrenzungen weiteren Wachstums haben ihre Wurzeln in den sehr starken, zurückliegenden Jahren. Dazu gehört die chronisch mangelnde Verfügbarkeit baureifer Grundstücke, die neben allgemeinen Kostensteigerungen in den letzten Jahren zu einer massiven Verteuerung im Neubau-Sektor geführt hat. 

Mit dieser geht die Ausweisung neuen Baulandes einher, die vielerorts schlicht verschlafen wurde. Beide zusammen erschweren es auch 2020, Absatzzahlen auf dem Niveau der letzten Jahre zu konsolidieren.

Behördliche Genehmigungsverfahren kosten nach wie vor Zeit und Geld

Komplizierte und lange Genehmigungsverfahren mit enormen Zeitverlusten ergänzen das Gesamtbild. Projekte werden passiv und aktiv zeitlich verschleppt, können nicht begonnen und nicht wie geplant abgeschlossen werden. 

Das nimmt an vielen Stellen Einfluss auf die Liquiditätssituation. Der Neubaubereich als Zugpferd und Wachstumsmotor der deutschen Bauwirtschaft kann das nicht kompensieren, stagniert und droht zu schrumpfen.

Konsequenz: 2020 auf Ertragssteigerung anstatt auf Umsatzwachstum setzen

Die Zeichen der Zeit und vielerorts stagnierende Umsätze zeigen, dass es 2020 zunehmend wichtiger wird, auf nachhaltige Ertragssteigerungen zu setzen. Es geht darum, die Wertschöpfung spürbar zu verbessern. 

Das erfordert grundsätzliche Überarbeitungen zur Optimierung vieler Ablaufprozesse nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Digitaler, schneller, schlanker und damit wirtschaftlicher, so könnte die Devise für das kommende Jahr lauten.

Mal sehen, was wir im Neuen Jahr daraus machen können!

Verantwortlich: Theo van der Burgt (BAUHERRENreport GmbH)

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